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Vorsorgeuntersuchungen für Blasenkrebs, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, gibt es derzeit nicht. Viele Urologen bieten aber spezielle Urintests an, mit denen Stoffe nachgewiesen werden, die nur von Krebszellen gebildet werden. Bei einem positiven Testergebnis sind weitere Untersuchungen erforderlich, wie eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und eine Blasenspiegelung. Die Kosten übernimmt dann die gesetzliche Krankenkasse.

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Lexikon

Fachbegriffe, leicht erklärt

Adjuvant – Im Anschluss an eine operative Entfernung von Tumoren erfolgt häufig eine unterstützende oder ergänzende Therapie (adjuvante Therapie). Diese dient dazu, nicht sichtbare und noch nicht nachweisbare Tumorzellen zu bekämpfen und dadurch ein Wiederauftreten der Erkrankung zu verhindern. Zu den adjuvanten Therapien gehören die Chemobehandlung, Immuntherapie, Hormontherapie und die Strahlenbehandlung.

Ambulant – Eine ambulante Diagnose oder Behandlung ermöglicht den Patienten am Tag der Behandlung die medizinische Einrichtung wieder zu verlassen. Eine stationäre Aufnahme über Nacht ist somit nicht notwendig.

Amine – Der Begriff der aromatischen Amine umfasst ammoniakähnliche Stoffe, die als krebsverursachend gelten. Diese Stoffe können bei bestimmten Tätigkeiten in der Chemie-, Stahl- und Lederindustrie entstehen. Die schädlichen Stoffe werden durch die chemischen Vorgänge in der Leber wasserlöslich und durch den Urin ausgeschieden, hierbei entsteht ihre krebserregende Eigenschaft.

Benigne – Benigne ist die Bezeichnung für gutartige Tumore, die zwar sehr groß werden können, aber das umliegende Gewebe nicht durchdringen und auch keine Tochtergeschwüre (Metastasen) bilden.

Biopsie – Bei einer Biopsie wird Gewebe entnommen und mikroskopisch untersucht, anhand dieser Analyse erfolgt die TNM-Klassifizierung.

Blasenspiegelung – Im Rahmen einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) wird die Harnblase mit Hilfe eines Endoskops (Zystoskopes) betrachtet. In den meisten Fällen erfolgt zusätzlich eine Betrachtung der Harnröhre (Ureter), hierbei handelt es sich dann um eine Urethrozystoskopie.

Carcinoma in situ – Der Carcinoma in situ (CIS) bezeichnet einen bösartigen Tumor, dieser ist örtlich begrenzt und wächst langsam. Bei dieser Vorstufe kam es noch nicht zu einer Streuung (Metastasen) und die anliegenden Gewebestrukturen und Blutgefäße wurden noch nicht durchdrungen.

CT – Die Computertomografie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren mit dem der Körper in einzelnen Querschnitten dargestellt wird. Der Vorteil gegenüber zu dem Röntgen besteht darin, dass Weichteilgewebe dargestellt wird.

Endoskop – Ein Endoskop ist ein schlauchförmiges medizinisches Instrument, das mit einer Lichtquelle versehen ist und der Diagnostik und Therapie (Spiegelung) von Körperhöhlen (z.B. der Blase, Harnröhre) dient.

Endoskopie – Körperhöhlen werden durch das Endoskop ausgeleuchtet und durch Videoauflösung erfolgt eine Betrachtung des Gebiets. Zusätzlich zu der Betrachtung kann die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) oder eine endoskopische Operation erfolgen.

Histologie – Eine Histologie bezeichnet eine mikroskopische Untersuchung von entnommenen Gewebeschnitten. Der Feinbau des Gewebes wird durch ein Mikroskop betrachtet und auf entartete Zellen untersucht. Die Einteilung von bösartigen Zellen erfolgt durch die TNM-Klassifizierung.

Karzinom – Geschwüre, die aus Zellen im Deckgewebe der Haut- bzw. Schleimhaut bestehen, werden als Karzinome bezeichnet. Die TNM-Klassifizierung dient der Stadiumeinteilung entarteter, bösartiger Zellen.

Lymphknoten – Lymphknoten gehören zum Immunsystem eines Organismus und filtern das Gewebswasser (Lymphe). Die Lymphknoten sind über den gesamten Körper verteilt.

Maligne – Krankheiten, die im Verlauf weiter schädlich sind oder im schlimmsten Falle zum Tod führen, werden als maligne bezeichnet.

Metastase – Metastasen sind Tochtergeschwüre, die entstehen, wenn Tumorzellen aus dem eigentlichen Krankheitsherd gestreut werden. Dies kann in der unmittelbaren Umgebung des eigentlichen Tumors geschehen. Bei Fernmetastasen liegen die Tochtergeschwüre in einer gewissen Distanz zum Tumorherd. Die Streuung der Zellen erfolgt durch die Blut- oder Lymphbahnen.

NBI – Das Narrow-Band-Imaging (NBI) ist eine Lichttechnik in der Endoskopie, hierbei wird blaues und grünes Licht eingesetzt, um Blutbahnen besser darzustellen. Tumore haben spezifische Verläufe der Blutgefäße und unterscheiden sich somit vom gesunden Gewebe. Durch das NBI werden die Blutgefäßstrukturen deutlicher dargestellt, Tumore werden leichter als solche erkannt.

Neoblase – Nach einer Zystektomie dient die Neoblase als Harnblasenersatz. Sie besteht aus einem chirurgisch geformten Teil des Dünndarms.

Port – Ein Port bezeichnet einen festen Venenzugang, um das Legen immer neuer Venenzugänge während der Chemotherapie zu vermeiden und so das Entzündungsrisiko zu reduzieren. Der Port wird unter die Haut gesetzt, dort bildet sich eine kleine Kammer, die durch einen Katheter mit einer Vene verbunden ist. Bei der Chemotherapie erfolgt dann die Medikamentengabe über den Port.

Prostata – Die Prostata ist eine Drüse, die unterhalb der Harnblase sitzt und die männliche Harnröhre umschließt. Die Drüse produziert das Prostatasekret, das einen Teil der Samenflüssigkeit bildet.

Resektion, transurethral – Bei einer transurethralen Resektion wird das erkrankte Gewebe (z.B. ein Blasentumor) mittels der Endoskopie durch die Harnröhre entfernt, dies geschieht unter Vollnarkose. Die Trennung des Tumors von dem anliegenden Gewebe erfolgt durch eine Strom führenden Schlinge.

Rezidiv – Wiederauftreten einer Krankheit nach einer gewissen symptomfreien Zeit wird als rezidiv bezeichnet.

TNM-Klassifikation – Bösartige Tumore werden nach einer internationalen Gruppeneinteilung bezüglich ihrer Ausbreitung unterschieden (T-Primärtumor, N-Lymphknotenbefall, M-Fernmetastasen). Diese einzelnen Stadien werden durch Indexzahlen nochmals unterteilt und geben somit den Fortschritt der Erkrankung an.

TNM-Klassifikation der Tumorstadien (Staging)
T0: Kein Anhalt für Primärtumor
Ta: Nicht invasives papillares Karzinom
Tis: Nicht invasives Carcinoma in situ (flacher Tumor)
T1: Einwachsen des Tumors unter die Schleimhaut in das Bindegewebe
T2: Einwachsen in die oberflächliche (T2a) oder tiefe (T2b) Muskelschicht der Harnblase
T3: Hinauswachsen über die Muskelschicht der Harnblase in umliegendes Gewebe, kaum erkennbar (mikroskopisch) (T3a) oder mit dem bloßen Auge (makroskopisch) (T3b) erkennbar
T4: Einwachsen in Nachbarorgane wie Prostata, Gebärmutter, Scheide (T4a) oder Becken- oder Bauchwand (T4b)
N1: Tumor, der gestreut (metastasiert) und einen Lymphknoten des kleinen Beckens befallen hat
N2: Mehrere Lymphknoten des kleinen Beckens wurden metastatisch befallen
N3: Metastasen in den Lymphknoten an der Arterie iliacae communes (Beckenschlagader)
M: Fernmetastasen

Tumor – Tumore sind gut- bzw. bösartige Neubildungen von Gewebe und entstehen durch ein fehlerhaftes unkontrolliertes Zellwachstum.

Ureter – Der Harnleiter (lat. Ureter) besteht aus zwei paarig angelegten Harnwegen, diese dienen der Verbindung von der Niere mit der Harnblase.

Urethra – Die Harnröhre (lat. Urethra) dient der Ausscheidung des Urins und beginnt am Ende der Harnblase.

Urinzytologie – Die Urinzytologie bezeichnet die Untersuchung des Urins auf entartete Zellen.

Urographie – Bei einer Urographie wird ein jodhaltiges Kontrastmittel gespritzt, dieses wird über die Nieren ausgeschieden und in die Harnwege abgeleitet. Es folgen im Abstand von einigen Minuten mehrere Röntgenaufnahmen, durch das Kontrastmittel in den ableitenden Harnwegen (Nierenbecken, Harnleiter, Blase, Harnröhre) sind diese auf dem Röntgenbild eindeutig zu erkennen.

Urothel – Das mehrschichtige Deckgewebe (Schleimhaut) der ableitenden Harnwege wird als Urothel bezeichnet.

Urotheltumore – Tumore, die sich auf der Schleimhaut der ableitenden Harnwege befinden, heißen Urotheltumore.

Zystektomie – Bei einer Zystektomie erfolgt die chirurgische Entfernung der Harnblase.

Zystoskopie – Zystoskopie bzw. Urethrozystoskopie ist eine Spiegelung der Blase bzw. Harnröhre. Hierbei wird durch ein Endoskop die Harnblase bzw. die Harnröhre untersucht, durch das bildgebende Verfahren können Anomalien des Gewebes entdeckt werden.

Zytologie – Die Zytologie beschäftigt sich mit der Funktion und dem Aufbau von Zellen. Durch die Biopsie oder durch Abstriche können Veränderungen der Zellstrukturen, z. B. Vorstufen der Karzinome analysiert werden.